Isa (Jesus) ermahnt die Menschen


Als Isa ein junger Mann geworden war, zog er durch das ganze Land und forderte die Menschen auf, sich zu Allah zu wenden und keine anderen Wesen außer Ihm anzubeten. Er führte ein einfaches Leben, trug ein schlichtes Gewand aus grober Wolle, aß nur wilde Früchte und Kräuter, die er unterwegs finden konnte, und war bescheiden und dankbar gegen Allah. Er sprach: „Diese Welt ist wie eine Brücke ins nächste Leben. Geht darüber, aber laßt euch nicht darauf nieder." Eine Schar von Männern und Frauen hörten Isa zu. Ertrug ihnen Allahs Gesetz vor und erzählte ihnen von Allahs Gesandten. Er forderte die Menschen auf, bescheiden, aufrichtig, freigebig und hilfsbereit zu sein und einander zu verzeihen. Er sprach: „Dient Allah, meinem und eurem Herrn."


Schließlich fragte Isa: „Wer will mein Helfer auf Allahs Weg sein?" Da meldeten sich zwölf junge Männer und sprachen: „Wir wollen deine Helfer auf Allahs Weg sein und mit dir gehen, wohin du auch gehst." So wurden sie Isas Schüler. Sie teilten sein einfaches Leben und wanderten mit ihm durch das ganze Land Palästina. Sie schliefen auf der bloßen Erde unter freiem Himmel und aßen wilde Früchte und Kräuter wie Isa selbst.


Isa wanderte von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt. Überall unterwegs sprach er zu den Menschen: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und zu Ihm kehrt ihr dereinst zurück. Darum betet zu Ihm und folgt Seinen Geboten und betrügt nicht euch selbst und andere. Seid nicht hochmütig und reinigt eure Herzen von schlechten Gedanken." Und wenn es irgendwo in einem Dorf einen Kranken gab, betete Isa für ihn, und er wurde mit Allahs Erlaubnis wieder gesund. Blinde konnten wieder sehen, und Lahme konnten wieder laufen. Allah ließ Isa viele Wunder tun. Einmal kam ein Bote zu Isa und bat ihn, schnell ins nächste Dorf
zu eilen, wo ein schwerkranker Mann im Sterben lag. Als aber Isa das Dorf erreichte, war der Mann schon gestorben, und seine Frau und Kinder weinten und klagten. Isa sprach zu ihnen: „Warum weint ihr? Wißt ihr nicht, dass Leben und Tod in Allahs Hand liegen?" Er betete zu Allah, und der tote Mann erwachte wieder zum Leben, wie ein Mensch aus dem Schlaf erwacht. Dennoch hörte nur ein Teil des Volkes auf Isa. Vor allem die Gelehrten im Tempel haßten ihn, weil er dem Volk die Wahrheit predigte. Die heuchlerischen Gelehrten überlegten, wie sie Isa aus dem Land vertreiben, einsperren oder sonstwie zum Schweigen bringen konnten. Sie wagten nicht, selbst etwas gegen ihn zu unternehmen, aber sie zerbrachen sich die Köpfe, um eine Beschuldigung gegen ihn zu finden, damit er verhaftet und ins Gefängnis geworfen würde. Aber Isa folgte Allahs Gesetz und den Gesetzen des Landes. Er nahm kein Geld von den Leuten an und hatte keine Schulden. Er wurde niemals zornig und beschimpfte oder beleidigte niemanden.

Nein, die Gelehrten fanden keinen Grund, ihn verhaften und einsperren zu lassen. Sie ärgerten sich und beschlossen, seinen Reden zuzuhören, um herauszufinden, ob er nicht irgendwann einmal etwas sagte, das gegen irgendein Gesetz verstieß. Viele Menschen hörten inzwischen auf Isa, und nicht nur die zwölf Schüler folgten ihm nach, sondern auch zahlreiche andere Männer und Frauen. Aber es waren die Armen und Verachteten aus dem Volk. Die Reichen nahmen ihn nicht ernst, weil er wie die Armen lebte und kein Verlangen nach Reichtum und Luxus hatte. Ja, er predigte sogar den Fremden, die überhaupt nicht zum Volk der Bani Israel gehörten, und das erschien ihnen am schändlichsten, denn sie bildeten sich ein, dass Allah nur die Bani Israel liebte, und dass die Bani Israel das beste Volk der Welt seien. Sie wollten nicht wahrhaben, dass alle Menschen Nachkommen von Adam und Allahs Geschöpfe sind. Der Unterschied besteht nur in Aufrichtigkeit und Gottesfurcht. An einem Feiertag geschah es, dass Isa von einer gewaltigen Menschenmenge umgeben war. Männer, Frauen und Kinder waren von nah und fern gekommen, um Isas Ermahnung zu hören. Sogar die Reichen waren da, um ihre Neugier zu befriedigen und ihre Langeweile zu vertreiben, und die Tempelgelehrten kamen, um zu spionieren. Sie hatten die feste Absicht, kein Wort zu glauben, auch wenn ein Wunder geschehen sollte.


Isa gab den Menschen viele Ermahnungen. Er sprach: „Reinigt eure Herzen und denkt oft an Allah. Prahlt nicht vor anderen und steht nicht angeberisch beim Gebet, so dass andere euch zuschauen und bewundern sondern seid demütig und bescheiden. Vergeßt nicht, dass ihr beim Gebet Allah gegenübersteht und Er euch sieht und hört. Helft den Armen heimlich und nicht, um von anderen Menschen freigebig genannt zu werden. Wenn ihr fastet, macht nicht ein langes Gesicht, sondern zieht saubere Kleider an und kämmt euch und macht ein fröhliches Gesicht, so dass nur Allah weiß, dass ihr fastet, und vermeidet überflüssiges und sinnloses Gerede. Seid aufrichtig und betrügt nicht euch selbst und andere. Allah kennt alle Geheimnisse im Himmel und auf der Erde und weiß, was in euren Herzen versteckt ist. Vor Ihm müßt ihr euch dereinst verantworten." Die Menschen hörten aufmerksam zu und bemerkten nicht, wie schnell der Tag verging.

Sie vergaßen sogar, etwas zum Essen zu besorgen und dachten nicht daran, dass sie noch einen langen Heimweg vor sich hatten. Als die Sonne unterging, waren sie froh über alles, was sie gehört und erlebt hatten, aber auch sehr hungrig. Die Schüler sprachen: „O Isa, könnte Allah uns nicht einen Tisch mit Speisen vom Himmel schicken?" Isa erwiderte: „Fürchtet Allah, wenn ihr Glauben habt." Aber sie drängten weiter: „Wir wollen nur essen und uns freuen und zufrieden sein, und gleichzeitig mit Gewißheit wissen, dass du uns wirklich die Wahrheit gesagt hast, nachdem wir ein solches Wunder mit eigenen Augen gesehen haben."
Isa betete daraufhin zu Allah und sprach: „O unser Herr, schick uns vom Himmel einen Tisch mit Speisen, so dass es für uns alle ein Fest und ein Zeichen von Dir ist, und gib uns unsere Nahrung. Du bist doch der, der alle Lebewesen ernährt." Allah erwiderte: „Ich will euch einen Tisch mit Speisen senden.
Aber wenn einer von euch die Wahrheit ablehnt, nachdem sie so offen sichtbar geworden ist, dann wird ihn solche Strafe treffen, wie sie kein Volk zuvor gekannt hat." Darauf erschien ein Tisch mit Speisen, so dass es für alle genug zu essen gab. Die Armen, die auf Isa hörten, dankten Allah und fingen an, ihren Hunger zu stillen. Aber die Leute, die Isas Worte ablehnten, wollten nicht einmal von den Speisen kosten, sondern wandten sich ab und sprachen untereinander: „Das ist entweder ein Schwindel oder Zauberei. Jedenfalls ist es für uns noch lange kein Beweis."


Vor allem die Gelehrten ärgerten sich noch mehr als zuvor. Sie waren nämlich neidisch und eifersüchtig, weil sie dem Volk keine Wunder zeigen konnten. dass auch Isa nur mit Allahs Auftrag Wunder tun konnte, das kam ihnen nicht in den Sinn, denn sie wollten ja auch nicht glauben, dass Isa Allahs Gesandter war.

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers , des Barmherzigen !

Sprich: "Er ist Allah, ein Einziger
Allah, der Absolute (ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt).
. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden und Ihm ebenbürtig ist keiner."

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